Kick-off: Erfolgreicher Auftakt für die Toolbox Chancengerechtigkeit
Wie kann Chancengerechtigkeit im Universitätsalltag konkret werden? Beim Kick-off der „Toolbox Chancengerechtigkeit“ am 10. Juni 2026 wurde deutlich, dass nicht nur eine klare Zielsetzung, sondern auch zugängliches Wissen, praxistaugliche Werkzeuge und die Erfahrungen vieler Universitätsangehöriger braucht. Die Auftaktveranstaltung gab erste Einblicke in die entstehende digitale Plattform und eröffnete zugleich den gemeinsamen Entwicklungsprozess.
Rektorin Birgitta Wolff, Prorektorin für nachhaltige Organisationsentwicklung und Diversität Rita Casale mit Sophie Charlott Ebert, Leiterin der Stabsstelle Gleichstellung und Vielfalt, sowie Kira Sandrock, Projektleiterin Toolbox Chancengerechtigkeit.
Im Hochschulalltag entstehen immer wieder Situationen, in denen Menschen verantwortungsvoll handeln möchten, sich aber unsicher fühlen. Meinst fehlt es nicht an der Bereitschaft, sondern an Orientierung, geeigneten Formulierungen, konkreten Beispielen oder schnell auffindbaren Ansprechpersonen.
Genau an diesem Punkt setzt die Toolbox Chancengerechtigkeit an. Sie soll künftig Informationen, Materialien und Unterstützungsangebote rund um Vielfalt, Inklusion und Gleichstellung an einem zentralen digitalen Ort bündeln – verständlich aufbereitet, niedrigschwellig zugänglich und unmittelbar im Universitätsalltag einsetzbar.
Vom Anspruch zur gelebten Praxis
Eröffnet wurde der Kick-off von Rektorin Prof. Dr. Birgitta Wolff und Prof. Dr. Rita Casale, Prorektorin für Nachhaltige Organisationsentwicklung und Diversität der Bergischen Universität. Durch das gemeinsame Gespräch führte Sophie C. Ebert, Leiterin der Stabsstelle Gleichstellung und Vielfalt.
Im Dialog wurde deutlich, dass Chancengerechtigkeit nicht allein in Leitbildern oder Ordnungen festgeschrieben werden kann. Sie muss im Universitätsalltag spürbar werden, etwa in Entscheidungen, Arbeitsprozessen und im Umgang miteinander. Dabei können Angebote, die abstrakte Ziele in konkrete Handlungsmöglichkeiten übersetzen, Orientierung geben und ein reflektiertes Handeln auch in komplexen oder sensiblen Situationen unterstützen.
Ebenso wichtig ist, dass die Toolbox aus den Erfahrungen der Universität heraus entsteht. Viele der Inhalte, die sie künftig zugänglich machen soll, sind bereits vorhanden, bislang jedoch häufig an einzelne Bereiche gebunden. Die Toolbox soll dieses Wissen zusammenführen, über ihren bisherigen Entstehungsort hinaus sichtbar machen und zugleich Raum für die gemeinsame Entwicklung neuer Lösungen schaffen.
Praxisnahe Unterstützung für unterschiedliche Situationen
Geplant ist eine digitale Plattform mit kurzen, flexibel nutzbaren Bausteinen. Dazu können Checklisten, Leitfäden, Musterformulierungen und Vorlagen ebenso gehören wie Fallbeispiele, Reflexionsfragen, Erklärvideos, Wissenstests und kompakte Selbstlernangebote. Auch Hinweise auf Beratungsstellen, Veranstaltungen, Workshops und Weiterbildungen sollen integriert werden.
Die Toolbox richtet sich an die gesamte Universitätsgemeinschaft: an Studierende und Lehrende, Beratende, Führungskräfte, Verwaltungsmitarbeiter*innen sowie an Mitglieder von Gremien, Kommissionen und Berufungsverfahren. Sie soll sowohl in akuten Situationen unterstützen als auch präventiv eingesetzt werden können, beispielsweise bei der Planung von Lehrveranstaltungen oder in der Vorbereitung von Beratungsgesprächen.
Präsentation zur Konzeptvorstellung
Nach der Vorstellung des Konzepts und erster Einblicke in die Demoversion waren die Teilnehmer*innen eingeladen, selbst aktiv zu werden. Bei Snacks und Getränken öffnete sich der Veranstaltungsraum zu einem World-Café, in dem die Toolbox nicht nur diskutiert, sondern erstmals gemeinsam weitergedacht wurde.
Wold-Café zum Mitgestalten der Toolbox Chancengerechtigkeit
Das World Café im Überblick
An der Station „Orientieren“ ging es darum, Bedarfe sichtbar zu machen: Bei welchen Themen wünschen sich Universitätsangehörige mehr Wissen? In welchen Situationen fühlen sie sich bereits sicher und wo fehlen Klarheit und Handlungsmöglichkeiten?
Die Gespräche zeigten, wie vielfältig die Fragen sind, die im Universitätsalltag entstehen. Sie reichen vom Umgang mit Rassismus, Sexismus oder Klassismus über Mobbing und Machtmissbrauch bis zu rechtlichen Fragestellungen. Gesammelt wurden außerdem Ideen für Formate, die im richtigen Moment schnell weiterhelfen können, etwa übersichtliche Checklisten, kurze Lernvideos, Newsletter und deutlich ausgewiesene Anlaufstellen.
An der Station „Ausprobieren“ konnten die Teilnehmer*innen erste Elemente der Demoversion testen und Rückmeldungen zu Aufbau, Sprache und Nutzbarkeit geben. Besonders hilfreich erschienen kompakte Handlungsempfehlungen, praxisnahe Checklisten und die Verknüpfung unterschiedlicher Lern- und Informationsformate.
Zugleich lieferte die Erprobung wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung. Gewünscht wurden unter anderem eine klare und einheitliche Struktur, zielgruppenspezifische Zugänge und gut sichtbare Kontaktmöglichkeiten. So zeigte sich bereits beim Auftakt, welchen Mehrwert die frühe Einbindung künftiger Nutzer*innen bietet. Sie macht nicht nur Bedarfe sichtbar, sondern hilft auch dabei, aus einem ersten Prototyp ein alltagstaugliches Angebot zu entwickeln.
Vieles, was Universitätsangehörige in ihrem Handeln unterstützen kann, existiert bereits. Leitfäden, Schulungsmaterialien und erprobte Projekte sind jedoch häufig über verschiedene Einrichtungen und Internetseiten verteilt. An der Station „Sammeln“ trugen die Teilnehmer*innen deshalb uniinterne und externe Materialien und Good Practices zusammen, die in die Toolbox aufgenommen oder über sie leichter auffindbar gemacht werden können.
Die Toolbox soll langfristig von unterschiedlichen Formen der Beteiligung leben. Beim Kick-off konnten Interessierte daher angeben, wie sie sich in den weiteren Prozess einbringen möchten. Etwa durch fachliche Expertise, eigene Materialien, Rückmeldungen zu offenen Bedarfen oder als Pilotpartner*innen und Testgruppen.
Auch Multiplikator*innen werden eine wichtige Rolle spielen: Menschen, die Inhalte in ihre Fakultäten, Institute, Teams, Lehrveranstaltungen oder Gremien tragen und Erfahrungen aus diesen Bereichen zurück in das Projekt geben. Auf diese Weise soll rund um die Toolbox ein Netzwerk entstehen, das nicht nur Wissen teilt, sondern gemeinsam an einer chancengerechteren Universitätskultur arbeitet.
Weitere Informationen zu Mitgestaltungsmöglichkeiten findest du hier:
Gemeinsam ermöglicht
Unterstützt wird die Entwicklung der Toolbox durch FABU e. V. – Freunde und Alumni der Bergischen Universität und die Sparkasse Wuppertal. Die Förderung schafft den notwendigen Spielraum, um die digitale Plattform professionell aufzubauen, erste Module zu entwickeln und qualitätsgesicherte Inhalte zu erarbeiten.
Die Unterstützung ist zugleich ein wichtiges Signal: Chancengerechtigkeit ist keine Aufgabe einzelner Stellen, sondern Teil einer verantwortungsvollen Hochschulentwicklung, die von der Universität und ihren Partner*innen gemeinsam getragen wird.
Der Auftakt ist gemacht
Die beim World-Café gesammelten Ideen, Materialien und Rückmeldungen werden nun durch das Projektteam ausgewertet und fließen unmittelbar in die weitere Entwicklung ein. In der nächsten Projektphase sollen zusätzliche Mitgestalter*innen gewonnen, Inhalte erarbeitet und erste Bausteine in unterschiedlichen Hochschulbereichen erprobt werden. Der offizielle Launch der Plattform ist für das vierte Quartal 2027 geplant. Anschließend soll die Toolbox fortlaufend aktualisiert und um neue Themen ergänzt werden.
Der Kick-off hat dafür einen wichtigen Grundstein gelegt: Die Toolbox Chancengerechtigkeit entsteht als gemeinsames Projekt aus dem Wissen, den Erfahrungen und den Fragen der Menschen, die die Universität jeden Tag gestalten. So soll Schritt für Schritt eine Plattform wachsen, die nicht nur informiert, sondern Universitätsangehörige direkt ins Handeln bringt.